Landpartie ins Zabergäu

Wer Lust auf einen Ausflug ins idyllische Zabergäu hat und nach Spaziergang, Wanderung oder Fahrt  Kaffee & Kuchen, Eis und vieles mehr in entspannter Atmospähre der etwas anderen Art genießen will, kann sich freuen. Auf dem Platz eines früheren Bauerngehöfts entstand im Ortkern von Zaberfeld in einer Bauzeit von nur 24 Wochen ein Wohn- und Geschäftshaus im Landhausstil, das ein Café, einen Ambiente- und Genussladen, ein Tierbedarfsgeschäft,  4 Wohnungen und bald eine außergewöhnliche Gartenanlage beherbergt. Lokal orientiert und gleichzeitig inspiriert von feinen Dingen aus der ganzen Welt, will der STROMBERGHOF Einheimischen, Landausflüglern und Touristen unter dem Claim „Landcafé, Ambiente, Genuss & mehr“ einen Aufenthalt in der Region Stromberg-Heuchelberg schöner, erholsamer und, vor allem im integrierten Landcafé, sicherlich auch etwas gehaltvoller machen. Am 10. Mai 2014 öffnete das Haus offiziell seine Türen.
 

So kam’s zum STROMBERGHOF

Tanja und Heinrich Leinberger waren 20 bzw. 30 Jahre lang in der Gesundheitsbranche tätig, beschäftigten zuletzt 60 Mitarbeiter und begannen, sich nach ihrem Ausstieg aus der Geschäftleitung ihre schon seit  vielen Jahren bestehende Vision, ein Café zu betreiben, konkreter auseinanderzusetzen. Es sollte keines wie so viele sein. Eines im Stil ihres Lieblingsurlaubsdomizils, der Provence, mit viel natürlicher Ausstrahlung, aber bitte nicht nostalgisch-rustikal, sondern modern-klar, behaglich, gepflegt, elegant-zeitlos. Mit einem Ambiente im französischen Landhausstil, gemischt mit regionalen Elementen, außergewöhnlichen Innen-und Außenanlagen und einem hohem Wohlfühlfaktor für Gäste. Dazu am besten noch der amerikanische Servicegedanke mit superfreundlichem Personal, um einer anspruchsvollen Kundschaft hohe Qualität im Foodbereich mit einem Maximum naturbelassener Zutaten bieten zu können. „Irgendwann besuchten wir in einem abgelegenen Pfälzer Dorf ein Café mit einem angeschlossenen Ambiente-Genuss-Laden, alles äußerst ländlich-idyllisch, mit einem für uns unschlagbaren Wohlfühlfaktor“, berichtet die gebürtige Gölshäuserin. Sie und ihr Mann waren schon lange der Überzeugung, dass so etwas in Zaberfeld und der Region auch funktionieren könnte. Als die spätere Bauherrin eines Abends im Sommer 2012 wie immer mit Rauhaardackeldame Emma in Zaberfeld spazieren ging, fiel ihr ein Grundstück an der Schillerstraße gegenüber des Friedhofs auf. „Ich dachte spontan nur: Das wäre doch ein guter Platz, etwas zurückversetzt von der Hauptstraße, aber doch noch nah dran“, erinnert sie sich. Als die beiden 2  Monate später die Baupläne einreichten, war Zaberfelds Bürgermeister Thomas Cscazar davon auf Anhieb überzeugt: Ein Landcafé mit Gartenanlage plus Ambientegeschäft – sicherlich eine Bereicherung für die Infrastruktur seiner Gemeinde und ein Magnet für Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung. Mit einer geplanten Bauzeit von maximal sechs Monaten und der Eröffnung im April 2014 verfolgte das Ehepaar seit dem Spatenstich am 1. Oktober 2013 einen straffen Zeitplan. Fast alle Arbeiten an ihrer Großbaustelle liefen nach Plan, allerdings verzögerte sich der angedachte Eröffnungstermin, weil ein bekannter, landesweiter Stromversorger eine Kabelleitung von ca 300 Meter Länge nur mit einer beunruhigenden Verzögerung von mehreren Wochen verlegen konnte. Aber nun ist der Stromberghof auch mit der nötigen Power ausgerüstet, ein Blickfang für seine Gemeinde geworden und bereit, zukünftig als stilvoller Treffpunkt für alle Altersgruppen zu dienen.

Die Architektur

Für Architektin Petra Suchanek-Henrich aus Güglingen galt es, das Gebäude mit der umliegenden vorhandenen Bebauung in Einklang zu bringen. Zudem erforderte die Topographie des Grundstücks eine besonders aufwendige Erschließung und Sicherung der rückwärtigen Gartenanlage. Der Wunsch der Bauherrin nach einem mediterran-ländlichen Look setzte die Architektin unter anderem durch die Integration von Zwerggiebeln und eine typisch provenzalische Gelbnuance der Fassade. Der Zugang zu den einzelnen Wohnungen im Obergeschoss ermöglicht ein separates Treppenhaus mit Laubengang. Dieser gliedert die Fassade, lässt eine dekorative Arkade für das Erdgeschoss entstehen und überdacht den Eingangsbereich zum Landcafé. So konnte jede Wohnung außerdem eine eigene Haustüre erhalten. Der Cafécharakter sollte großzügig, gliederbar, hell und lichtdurchflutet sein, was durch eine betont helle Farbgestaltung und hohe, bodenbündige Fenster erreicht wurde, die einen weitläufigen Blick auf die Gartenanlage freigeben. Mehrere Terrassen auf der Vorder- und Rückseite des Gebäudes laden zum Verweilen ein. An seiner Ost- und Westseite wird das Café umrahmt von Geschäften, woraus sich eine offene Vorplatzsituation zum Sitzen ergibt. Auch das intensive Blau der vierflügeligen Fensterläden wurde den Tönen der provenzalischen Landgüter, den Mas, nachempfunden. Besonders Heinrich Leinberger ist ausgesprochener Südfrankreich-Fan: „Das Gebäude soll dem Flair von ländlicher Idylle, aber auch die Welt außerhalb des Zabergäus wiedergeben, schließlich wollen wir zukünftig nicht nur mit Frankreich, sondern auch mit internationalen Genussthemen Leute anziehen.“
 

Ganzheitlich Holz: Die Bauweise

Die Zimmerei Grand GRANDI JOOS aus Eppingen erstellte das Gebäude im innovativen Holzrahmenbau und strebte dabei ein nachhaltig ausgerichtetes Bau- und Energiekonzept an: Wie viel Energie benötigt die Herstellung des jeweils eingesetzten Baustoffs? Wie viel Co2 verursacht er? Wie lange ist seine Lebensdauer? Wie muss er später entsorgt werden und wie belastend ist dies wiederum für die Umwelt?. „Der natürliche Baustoff Holz wird als schnell nachwachsender Rohstoff nicht nur ökologischen Aspekten gerecht, sondern strahlt auch die von der Bauherrin gewünschte Behaglichkeit sowie Eleganz aus“, berichtet Inhaber Christian Joos. Sein Unternehmen hat er schon seit 2001 auf Holzhausbau im größerem Stil ausgerichtet und setzt dabei ausschließlich FSC-zertifizierte Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft ein. Zudem legte er Wert auf großzügige Höhen, sichtbare Decken und wertige Oberflächen. Das 30-köpfige Team des Zimmermeisters verkleidete das Haus mit Fichtenholz und dämmte es mit nachhaltigen Cellulose-Dämmstoffen aus dem nahen Angelbachtal. Das Unternehmen koordinierte auch beim extrem straff angelegten Stromberghof-Projekt Fachleute aus den unterschiedlichsten Gewerken wie Zimmerleuten, Dachdeckern, Maurer, Gipser, Maler, Stuckateure, Elektriker und Flaschner, kümmerte sich um handwerkliche Qualität und das effektive Zusammenspiel aller Beteiligten bis zur schlüsselfertigen Übergabe.
 

Das Interieur

Das Café-Interieur war der Part von Inneneinrichter Lars Düde von AHA! Einrichtungen mit Planungsbüro in Freiburg. Mit seinem Team übernahm er die gesamte Einrichtungskonzeption vom Entwurf über die Entwicklung einzelner Funktionsbereiche, der Auswahl verschiedener Designelemente bis hin zum Einbau. Dazu fuhr der Spezialist für Premium-Ladenkonzepte im Foodbereich zunächst mit dem Ehepaar Leinberger nach München und Wien und zeigte ihnen gastronomische Hot-Spots zur ersten Meinungsbildung. Für ihn galt es in diesem Projekt jedoch, keine Stadt-Location zu umzusetzen, sondern die Ursprünglichkeit eines idyllisch gelegenen Landcafés modern zu interpretieren und es für unterschiedliche Altersgruppen erlebbar zu machen. Auch der Einrichtungsstil sollte, wie das gesamte Projekt, im französischen Landhaus-Stil sein, mit einer eleganten, hochwertigen Material- und Formensprache und maximalem Wohlfühlfaktor für die Gäste. Seit Planungsbeginn lautete deshalb das Ziel „Spürbare Echtheit und Natürlichkeit“: Sämtliche Raumelemente sind durch echte Materialien geprägt. Geöltes Massivholz in Eiche, Arbeitsflächen in geflammten Granit, griffige Leinen-Webstrukturen, gebürstete Oberflächen schaffen ein authentisches Landhausambiente. Böden in weich-gemasterter Holzoptik und Wandverkleidungen in Korkbaumrinde sorgen für fließende Übergänge zwischen Drinnen und Draußen. Die Einrichtung ist geprägt von weiß angeschliffenen Eichenholz. Die durchweg massiven Möbel vermitteln natürlich erscheinende Abnutzungseffekte und wurden explizit für das Landcafé angefertigt. Sie verbinden sich mit der Wärme des Raumes und unterstreichen das von der Bauherrin gewünschte, provenzalische Thema. Das Farbkonzept spielt mit warmen Tönen, antikweiß und neutralisierenden Graunuancen; ruhige, unifarbene Stoffe reihen sich mit ein. Am Entrée entfaltet ein ausladender, massiver Eichenholztisch seine Pracht und lädt ein zu geselligem Beisammensein in großer Runde ein. Er wird effektvoll geziert von einer avantgardistischen Lampenstraße aus Glühbirnen, deren charakteristische Leuchtfadenstruktur sich ins ländlich-gediegene Ambiente einfügt und ihm eine dezent-industrielle Note verleiht. Am Eingang werden Gäste vor Wind und Wetter durch eine Konstruktion aus fünf, zwischen Boden und Decke verspannten, soliden Birkenholzstämmen mit eingearbeiteter Glaswand geschützt. Gepolsterte Stühle mit bequemen Armlehnen schaffen angenehme Privatheit bei genügender Distanz zum Tischnachbarn. Innerhalb des Lichtkonzepts wurden über den kleinen Tischen Pendelleuchten aus formverklebter Wellpappe eingesetzt. Ein weiteres, optisches Highlight ist die zentral positionierte Thekenanlage, welche das Beobachten der Live-Zubereitung italienischer Kaffeespezialitäten per Siebträger zulässt. Mit ihrem Korpus aus zahllosen Holzschubladen wirkt sie wie ein riesiges Küchenbuffet und verströmt den rustikalen Flair der Provence. Im für ca. 30 Personen angelegten Nebenraum ruhen zwei Design-Lounge-Sessel, ebenfalls in wohltuend-schlichten Graunuancen. Die Privatheit unterstreicht eine Wand mit naturbelassenen Rindenscheiben aus provenzalischen Korkeichen. Davor harmoniert ein Raumteiler-Element aus Glas mit seinen eingelassenen Eichenholz-Lamellen wiederum zum French Country-Style des restlichen Interieurs.

Fast wie in den Weinbergen nebenan: Die Gartenanlagen

Auch in Bezug auf die Gestaltung des Gartens haben die Leinbergers einiges bewegen lassen: Ihr Objekt sollte an der Vorderseite mit einer und an seiner Rückseite mit drei Freiluftterrassen, ähnlich terrassierte Weinsteillagen, ausgestattet werden. Für die anspruchsvolle Aufgabe konnten Sie den Garten- und Landschaftsarchitekten Edgar Schwab aus Knittlingen verpflichten. Dieser ließ für das aufwändige Projekt 350 Tonnen Weißjurablöcke aus Franken anliefern – das hellwarme Beige dieser Gesteinsart passte einfach am besten zu dem angestrebten Farbkonzept. Wie auch die anderen Projektbeteiligten konzentrierte sich das Architekturbüro auf die Vorgabe „ländlich-mediterran“ und lehnte sich in seiner Konzeption an die derzeit gefragten Naturgärten an, integrierte Gehölze, Steinwege und diverse regionale Pflanzenarten als Farbakzente in der hügeligen Graslandschaft. Zu deren Verdichtung und Sicherung wurden beachtliche 3000 Kubikmeter Erde gerückt und befestigt, 800 Quadratmeter wasserdurchlässige Beläge wie Pflaster und Splitt stabilisiert. Bis die Gäste des STROMBERGHOF das gesamte Landschaftskunstwerk von ihren Panoramaterrassen aus bei einem gepflegten Kaffee & Kuchen genießen können, wird jedoch noch etwas Zeit vergehen müssen.
 

Die Aktivitäten rund um den Stromberghof

Zaberfeld liegt im Südwesten des Landkreises Heilbronn, idyllisch eingebettet in die reizvolle Landschaft des Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Die Gemeinde ist umgeben von zahlreichen Seen, Bächen und Weinbergen und ein bewährter Ausgangspunkt für Wanderer, Spaziergänger und Naturliebhaber. Fast die Hälfte der Kommune ist Landschaftsschutzgebiet, davon ist ein Teil als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der Stausee Ehmetsklinge dient als Hochwasserschutz fürs Zabergäu und ist im Sommer ein beliebter Badesee; der Michelbachsee ist ein artenreiches Vogelschutzgebiet. Wanderwege, wie zum Beispiel der Seenrundweg „Ehmetsklinge–Katzenbachsee“ führen in unmittelbarer Nähe des STROMBERGHOF vorbei. Ein Wald- und Baumlehrpfad bietet pures Outdoorvergnügen. Ein Weinlehrpfad und zahlreiche Weinerlebnisführungen laden zu informativen Spaziergängen durch die 50 Hektar große Weinlandschaft rund um Zaberfeld ein. Zum Familien-Erlebnispark Tripsdrill (mit Wildparadies) und zum Unesco Weltkulturerbe Kloster Maulbronn sind es nur 16 Kilometer. Zwei ganzjährig bespielbare Golfplätze wie die 18- und 9-Loch-Anlage Pfullinger Hof in Schwaigern (inklusive Bambini-Platz und Driving Range) sowie der Golfclub Neumagenheim in malerischer Lage unterhalb des Cleebronner Michaelsberges befinden sich im Umkreis von 14 Kilometern. Zehn einprägsam ausgeschilderte Rundtouren inklusive Karte für jedes Konditionsniveau führen Fahrradfahrer wie E-Biker durch die malerische Wein-, Wald- und Flusslandschaft des Zabergäus.